"Die Wahrnehmung von Frauen" in der Arbeitswelt

- Zwischen Enthüllung und Verhüllung -

Die Austellung eröffnet am 05.03.15 um 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten von ver.di München. Die mitwirkenden KünstlerInnen stellen das Thema der "Wahrnehmung von Frauen in der Arbeitswelt – zwischen Enthüllung und Verhüllung –" aus der jeweiligen Perspektive dar, mit den eigenen Erfahrungen und bewussten und/oder unbewussten Empfindungen reflektieren. Dieser Reflexionsprozess wird dann als Gemälde, in Bildern, und in Skulpturen gezeigt. All das Gelebte, Gefühlte oder Gedachte können die Kunstinteressierten und BesucherInnen nachempfinden, sehen, fühlen oder wahrnehmen.

 

Ablauf:

 

  • Musik Edite Domingos
  • Eröffnung der Ausstellung durch die ver.di Frauen und die Kuratorin: Dr. Corina Toledo
  • Grußworte: Bettina Messinger (ver.di Landesfrauensekretärin), Gabriele Nuß (Gleichstellungsstelle für Frauen, LHM)
  • Referentin: Songül Akpinar (Ausländerbeirat, LHM)
  • Musik Edite Domingos
  • Gang durch die Ausstellung mit den Künstlerinnen

Die Basis für dieses Projekt ist die allgemeine Erkenntnis, dass Frauen aus dem Westen in der Arbeitswelt auch heute noch benachteiligt sind, obwohl sie im Durchschnitt eine höhere Bildung haben als Männer – nicht nur in Deutschland. Andererseits haben Frauen zunehmend schlechtere Jobs und kaum Aufstiegschancen, und wenn sie eine Beschäftigung haben, dann oft zu Hungerlöhnen. Die Feminisierung der Armut hat sich regelrecht etabliert. 

Auch in Deutschland verdienen die Mütter bei gleicher Leistung 23% weniger als ein Mann. Dazu pflegen viele Frauen heute noch die von Altersarmut betroffene Großmutter. Wenn sie eine bezahlte Stelle und Kinder hat, kämpft sie mit einem KITA-Platz. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entlarvt sich heute noch als ein Mythos. 

Über Diskriminierungserfahrungen von Frauen mit „Migrationshintergrund“ oder von Kopftuch-tragenden Muslima am Arbeitsmarkt wird in der deutschen Öffentlichkeit kaum oder gar nicht diskutiert. Ethnische Herkunft oder religiöse Bindung sind nicht selten Diskriminierungsfaktoren, insbesondere für Frauen, obwohl Deutschland offiziell als Einwanderungsland anerkannt ist. Einwanderung impliziert kulturelle Vielfalt in diversen Sektoren, vor allem in kundennahen Dienstleistungen, wo oft Migrantinnen anzutreffen sind. Wiederum ist im Westen kaum bekannt, dass Frauen in muslimischen Gesellschaften zunehmend in der Öffentlichkeit präsent sind und auf den Arbeitsmarkt drängen. Wieso wird auch kaum wahrgenommen, dass in fast jedem Land andere Rahmenbedingungen gelten, sowohl im Orient als auch im Okzident? Auch in muslimisch geprägten Gesellschaften können die Differenzen größer als die Gemeinsamkeiten sein! Und zwischen Enthüllung und Verhüllung gilt es zu konstatieren, dass, bevor Angela Merkel 2000 Bundeskanzlerin wurde, es Frauen durch Wahlen gelang, sich an der Spitze "muslimischer" Staaten zu etablieren. Nicht zu übersehen ist, dass es bis jetzt in den USA keiner einzigen Frau gelang, Präsidentin zu werden. Um einige Antworten zu bekommen, werden wir im Rahmen dieses Projekts ExpertInnen eingeladen, die dem Publikum und uns die Thematik aus der Sicht ihrer jeweiligen Fachrichtung näher erläutern. Daher fördert die Teilhabe an solchen gemeinschaftlichen Aktivitäten und Interaktionen die Integration und Partizipation in der neuen Gemeinschaft. So besteht die Möglichkeit, dass jede Person sich – ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Klasse, Rasse oder ihres Alters – entfalten kann. Ein Frauenprojekt, welches darauf hinweist, dass die individuelle Persönlichkeit eines jeden Menschen von Werten und Lebensvorstellungen geprägt ist. Ferner zielt dieses Frauenprojekt auf die doppelte Sichtbarkeit der Frauen ab: Die in der Öffentlichkeit, passive, oft instrumentalisierte Darstellung von Frauen einerseits und die Künstlerperspektive als aktive Subjekte andererseits. 

 

Filmproduktion: Saskia Betz

Termine


05.03.2015 um 18.30 Uhr

Vernissage

 

20.03.2015 um 18.30 Uhr

Gruppenführung

auf Paschtu, Türkisch, Kurdisch, Ungarisch, Spanisch und Portugiesisch möglich

 

27.03.2015 um 18.30 Uhr

Gruppenführung

 

10.04.2015 um 18.30 Uhr

Gruppenführung  

Ort


ver.di Haus Bezirk München


Finissage am Do. 16. April um 18.30 Uhr

Diskussionsveranstaltung zur Situation der Beschäftigten, die mit Flüchtigen arbeiten