frau.kunst.politik

Es scheint auf den ersten Blick eine gewagte Herausforderung zu sein, Kunst mit Politik zu verbinden. Doch bei näherem Hinsehen ist Kunst schon immer nicht nur eng mit Politik verbunden gewesen, sondern stand oft sogar im Dienst der Politik. 

Daher habe ich begonnen, Kunst nicht nur als ideales Instrument Sprachbarrieren zu überwinden, sondern den Austausch über politisch brisante Themen auf einer innovativen Art und Weise zu fördern. Aus dieser Perspektive sind die Kunstprojekte von "frau-kunst-politik" als Folge eines politischen Unbehagen zu verstehen. Konzipiert sind die Projekte so, dass sie interdisziplinär und transkulturell gedacht sind. Meistens werden lokale KünstlerInnen aus diversen Kulturräume und Kunstrichtungen eingeladen, die jeweilige Thematik zu reflektieren. All das Gelebte, Gefühlte oder Gedachte können die BesucherInnen plastisch in Bildern, Musik, Skulpturen, Fotos oder Installation sehen, wahrnehmen und fühlen. Ferner werden Gruppenführungen angeboten, ExpertInnen eingeladen, dazu zu referieren. 

Einige der hier präsentierten Projekte reflektieren die Selbstbestimmung, Gleichbehandlung und Autonomie von Frauen, da Frauen auch heute noch mit vielen Diskriminierungen, Benachteiligungen erleben, insbesondere die Migrantinnen. Auch wegen der so genannten Globalisierung müssen wir uns mit der Rollen und Funktionen von Frauen in den unterschiedlichen Kulturen auseinander setzen, eine Lösung für das friedliche, gerechte Miteinander zu finden.  Einige der Folge von Globalisierung sind:

  • die zunehmende Armut von Frauen (bekannt als "Feminisierung der Armut")
  • der Frauenhandel und damit einhergehende Gewalt an Frauen, was oft tödlich ist, bekannt als Femizid
  • und auch die massive Migrationsbewegung ist zunehmend "weiblich"

frau-kunst-politik versucht über diese teilweise gravierenden geschlechtsspezifischen Problemen im kapitalistischen Patriarchat zu reflektieren.  Wie sieht also die Lage von Frauen konkret  aus? Was hat sich verändert, oder gar verschlechtert? Welche Lösungen gibt es für solche Probleme, wie können wir alle darauf lernen?

Die Bezeichnung „Menschen mit Migrationshintergrund“ lehne ich grundsätzlich ab, weil er individuelle Geschichten und unterschiedliche Realitäten bzw. Biografien unsichtbar macht. 

Ich bin der Meinung, dass die Teilhabe an solchen gemeinschaftlichen Aktivitäten und Interaktionen die Integration und Partizipation in der neuen Gemeinschaft fördert. So besteht die Möglichkeit, dass jede Person sich – ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Klasse, Rasse oder ihres Alters – entfalten kann. Das Projekt möchte ferner darauf hinweisen, dass die individuelle Persönlichkeit eines jeden Menschen von Werten und Lebensvorstellungen geprägt ist. Daher ist es mir wichtig, dass jeder und jedem - unabhängig von Bildung, Herkunft und sozialer Stellung - mit diesem Projekt ermöglicht werden soll, Zugang zu Kunst und Kultur zu haben, über Politik in einer innovativen und dynamischer Form zu reflektieren!

 


Stille 1

Mischtechnik mit Biopigmente

Stille 1

Mischtechnik

mit Biopigmente


Foto: Thomas Klauer

Ziele

  • Die Kunstprojekte sind Denkprojekte, wo die mitwirkenden Künstlerinnen wie auch das Publikum eingeladen werden, über Vorurteile oder Stereotypen zu reflektieren und evtl. eigene strukturellen Denkmuster zu verändern
  • Die Ausstellungen sind als eine außerparlamentarische und außeruniversitäre Diskussionsplattform zu verstehen.
  • Durch die interaktive Teilnahme von Kunstinteressierten und BesucherInnen leisten die Ausstellungen einen Beitrag zum multikulturellen Dialog.
  • Die Kunstprojekte sind außerdem als eine erlebnisorientierte Veranstaltung angelegt, denn es werden interaktive und interkulturelle Gruppenführungen angeboten.
  • Da die Kunstprojekte interdisziplinär und transkulturell angelegt sind, sind sie ferner Begegnungs-Projekte der verschiedenen Kulturen.
  • In diesem Sinne sind Kunstprojekte als ein Beitrag zur Sichtbarkeit der Geschichte von Frauen und Migranten zu sehen.
  • Die Kunstprojekte kann als Anstoß für einen Bewusstseinswandel, ja gar für eine Erneuerung in dieser Gesellschaft wahrgenommen werden.
  • Nicht zuletzt sind Kunstprojekte einen Beitrag zur Überwindung der Politikverdrossenheit.